Thomas von Kempen (1380-1471; Augustiner-Chorherr, Mystiker und geistlicher Schriftsteller)



Thomas von Kempen: Das Leben Meister Gerhards

Übersetzt von Herbert Rüssel

Reihe: FIDES ET RATIO

 

Bibliografische Angaben:

Hardcover

Umfang: 106 Seiten

Format: 12,5 x 19 cm

ISBN: 978-3-943506-35-8

ET: 30. Mai 2016

 

Zum Inhalt:

Der Mystiker Thomas von Kempen (ca. 1380–1471) ist bis zum heutigen Tage durch sein allseits bekanntes Meditations­buch »Nachfolge Christi« (imitatio Christi) berühmt, welches das Gedankengut der gesamten Devotio moderna seit Geert Groote (1340–1384), auch bekannt als Meister Gerhard, in sich schließt. Schon mit jungen Jahren kam Thomas von Kempen mit den von Groote gegründeten »Brüdern vom gemeinsamen Leben« in Deventer in Berührung. Schon bald darauf trat er dem von Grootes Schülern gegründeten Augustinerchorherrenkloster »St. Agnes« der Windesheimer Kongregation bei, in dem er 72 Jahre bis zu seinem Tod ein kontemplativ-meditatives Leben führte. Mit der hier vorliegenden Lebensbeschreibung Meister Gerhards, die vor allem erbaulichen Zwecken dienen will, setzt Thomas von Kempen dem Initiator und geistigen Vater der Devotio moderna Geert Groote ein dauerhaftes Denkmal.

Vorwort:

Geert Groote (1340–84) galt vor seiner Bekehrung als ein wohlhabender, bekannter und sehr welt­licher Gelehrter. Wie Thomas von Kempen in seiner Biografie berichtet, wurde er von einer Stimme mit der Frage aufgeschreckt: »Was stehst du hier und betrachtest eitle Dinge? Du musst ein anderer Mensch werden!« Diesen Ruf folgend ging er für drei Jahre zu den Kartäusern, wo er zurückgezogen ein bußfertig-kontemplatives Leben führte. Die asketisch-mystische Frömmigkeit dieses monastischen Ordens wirkte bestimmend auf seinen Geist ein. Aber nicht weniger beeinflusste sie auch die religiöse Intention der Studien und die ganze Lebensführung der Gemeinschaft Gleichgesinnter, welche er ab 1379 als Wanderprediger – seine Erneuerung der Frömmigkeitspraxis verkündend – um sich sammelte. Damit wurde er zum Initiator und geistlichen Führer der »Brüder vom gemeinsamen Leben« (Fraterherren) und durch seine Schüler in weiterer Folge auch der Windsheimer Kongregation, unter deren Einfluss bis zum Einschnitt durch die Reformation fast 300 Klöster standen. Durch diese Breitenwirkung seines Lebenswerkes übte Groote auch nicht unerheblichen Einfluss auf den deutschen Schulhumanismus und die pädagogische Reform aus. Denn aus dem Brüderhaus in Deventer ging eine Reihe der bedeutendsten Männer dieser Epoche hervor, man denke nur an Thomas von Kempis, Nikolaus Cusanus, Wessel Gansfort, Rudolf Agricola, Johannes Reuchlin, Erasmus von Rotterdam, um nur die bekanntesten zu nennen.
Seine eigene Bekehrung wurde so zum Anstoß einer Erneuerungsbewegung, welche noch heute als devotio moderna (neue Frömmigkeit) bekannt ist und zu einer neuen Synthese von Religion und Leben – der vita activa und vita passiva – führte. Mit ihren Reform­impulsen trug diese nicht nur zur Erneuerung einiger Mönchsorden bei, sondern beeinflusste darüber hinaus überhaupt die Frömmigkeit der spätmittelalterlichen Gesellschaft.
Geert Groote gehört als Mystiker und Gottesfreund zu den großen Söhnen der Kirche.

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